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Girlandenblume (engl. Ginger Lily „Ingwer-Lilie“)
Hedychium gardneranum
„Roca-da-velha, Conteira“
Ingwergewächse (Zingiberaceae)
Heimat östlicher Himalaya und Nepal; auf den Azoren eingebürgert und auf S. Miguel am stärksten verbreitet.
Ingwergewächs, bis zu 2,50 m hoch. Dicke, fleischige Rhizome. Große, süß duftende Blüten mit bis zu 40 cm langen Ähren. Leuchtend-gelbe Blütenblätter mit 5-6 cm
langen, roten Staubfäden. Blütezeit Juli bis Dezember. Die Frucht ist eine fleischige, im Inneren leuchtend orangefarbene Kapsel.
Mitte des 19. Jh. als Zierpflanze auf S. Miguel eingeführt, breitet sich die Girlandenblume durch Rhizombildung in fast allen Höhenlagen (außer der Küstenregion
und Höhen oberhalb 950 m) unglaublich stark aus und unterdrückt jeden anderen Pflanzenbewuchs. Neben dem Klebsame, der die küstennahe Gagelbaum-Vegetation bedroht, ist die Girlandenblume die größte Gefahr für die heimische
Vegetation auf der Höhenstufe des Lorbeer-Wacholder-Waldes. Im dichten Wald kommt sie nur vereinzelt vor, aber auf Rodungsflächen findet eine aggressive Ausbreitung statt. Dort, wo sich die Girlandenblume einmal flächig
ausgebreitet hat, ist eine Regeneration des natürlichen Waldes nicht mehr möglich.
Zur Blütezeit ab Ende Juli bieten die großen, duftenden Blüten einen wunderschönen Anblick, der die ökologische Problematik fast vergessen lässt. Übrigens: Wenn
man eine der langen Blütenähren aus der Blütendolde zupft und den Blütenstengel aussaugt, schmeckt man das köstliche honigsüße Ingweraroma.
Der Name Hedychium wurde 1783 von Koenig künstlich gebildet aus griech. „süß“ und „Schnee“ (manche Arten besitzen schneeweiße Blüten).
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